Dominik's blog

An der Inhumanität arbeiten

»Was ich wollte, war Humanität in Afrika aufzuzeigen, oder besser gesagt, an der Inhumanität zu arbeiten, um die Humanität in den Vordergrund zu stellen. Wenn es um die Universalität geht, so stützt sich diese ja auf Erfahrung, auf die Möglichkeit, mit anderen Menschen etwas zu teilen. Da ich ein Mensch bin, möchte ich gerne mit anderen etwas teilen. Ich möchte keine afrikanischen Filme machen, sondern etwas universelles, eben nur einen Film.« Mahamat-Saleh Haroun im INTERVIEW mit Dominik Kamalzadeh.

Widerstand im Wunderland

Guillermo del Toros bildmächtiges Fantasy-Historiendrama "Pans Labyrinth" verknüpft ein konkretes zeitge­schichtliches Geschehen mit einer magisch-realistischen Erzählung. Fantasy gilt üblicherweise als Genre, das mit den Verwerfungen der Wirklichkeit ein allenfalls indirektes Verhältnis eingeht. Die Monstren und Fabelwesen, die es bevölkern, die hehren Kämpfe zwischen Gut und Böse, die ausgefochten werden - sie stellen im besten Fall Arsenal und Handlungsbögen von Allegorien dar, in denen am Ende jene triumphieren, die reinen Herzens sind. Die Realität sieht dagegen meist farblos aus - statt von eindeutiger Moral wird sie von vielfältigen Interessen bestimmt.

Jeder lebt in seinem Genre

Nebenfiguren stehen üblicherweise im Dienste des größeren filmischen Zusammenhangs: Sie wirken vom Rande auf das Zentrum ein, offenbaren dabei immer nur ein paar Facetten ihres Daseins - und welche Wege sie nach ihrem Auftritt beschreiten, bleibt ein Rätsel, das allenfalls die Fantasie des Zuschauers zu lösen vermag. Der belgische Filmemacher Lucas Belvaux ("Pour rire!") hat mit Trilogy ein Triptychon entworfen, in dem mit dieser Norm spielerisch gebrochen wird: Als Hommage an die "kleinen Figuren" des Kinos angelegt, hat er gleich drei Filme inszeniert. Jeder für sich ist ein autonomes Werk, in einem anderen Genre angesiedelt. Aber jeder davon spielt auch zur gleichen Zeit, am selben Ort, der Stadt Grenoble, mit einem gemeinsamen Ensemble.

Im Puppenhaus

Von Beginn an kommt in Innocence (2004), dem Debütfilm der französischen Regisseurin Lucile Hadzihalilovic, ein Gefühl des Unheimlichen auf – im Freud’schen Sinn des Wortes: Die beunruhigende Fremdheit des Raumes, den der Film eröffnet, verweist auf etwas, das einmal vertraut war und doch nicht ganz zu fassen ist.

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