Weitere Notizen zur Berliner Schule

Ein Beitrag von Cristina Nord auf den Seiten der new filmkritik. »In einer Textcollage, die das Phänomen der „Berliner Schule“ zu erfassen sucht, wurde ich einmal der Gattung der „wohlwollenden Kritikerinnen“ zugerechnet. Das ist in dem Maße richig, in dem meine ersten Begegnungen mit den Filmen von Angela Schanelec, Thomas Arslan, Christian Petzold und anderen mir ein besonderes Glück schenkten. In ihrer Konzentration auf die Form und das Bild, in ihrer narrativen Offenheit, ihrer Entschlacktheit, ihren von Naivität freien Realismusvorstellungen haben diese Filme einen Raum erschlossen, von dem aus sich das in Deutschland produzierte Kino neu wahrnehmen, neu denken ließ. In einer von Beziehungskomödien geprägten Kinolandschaft war das viel wert. Dennoch scheint es mir heute – 14 Jahre nach Schanelecs „Ich bin den Sommer über in Berlin geblieben“, elf Jahre nach Arslans „Kardesler - Geschwister“ – geboten, nicht mehr nur Wohlwollen, sondern auch leise Skepsis zu artikulieren – Skepsis gegenüber Erstarrungen, Wiederholungen, einem gewissen Manierismus vielleicht.... read more